Recap eLearning SUMMIT Zürich: Was Corporate Learning aktuell bewegt

Recap eLearning SUMMIT Zürich: Was Corporate Learning aktuell bewegt

Am eLearning SUMMIT in Zürich trafen sich Verantwortliche aus Learning & Development, um Erfahrungen aus der Praxis zu teilen. Die Herausforderungen im Corporate Learning sind vielfältig – eine Frage verbindet sie: Wie entsteht Weiterbildung, die im Arbeitsalltag tatsächlich etwas bewirkt?

Dazu kamen zwei Themen, die den ganzen Tag begleiteten: der Einsatz von KI und die Frage nach dem Umgang mit Daten.

Ein Markt mit Gewicht

Zum Auftakt ordnete Frank Siepmann, Herausgeber des eLearning Journal, den Markt ein: Weltweit fliessen rund 500 Milliarden Dollar in E-Learning – mit einem Wachstum von 21 % pro Jahr. Unternehmen in Deutschland investieren 40 Milliarden Euro in Weiterbildung, rund 2 Milliarden davon in E-Learning.

Viel Potenzial also – und umso wichtiger, dass jeder Franken dort ankommt, wo er wirkt. Genau darum ging es in den Praxisbeispielen des Tages.

Fünf Beispiele aus der Praxis

Die Praxisbeispiele waren so vielfältig wie die Branchen dahinter:

  • Maxon – Qualifikationen sichtbar machen: Stefan Enz zeigte, was passiert, wenn Qualifikationen in einer Matrix für alle sichtbar werden. Der Bedarf wird transparent – und das Schulungsangebot ist seither stark gewachsen. Skill-Management bezeichnete die Moderation treffend als «Königsdisziplin», weil es HR-Systeme und Lernplattform zusammenführt.
  • CSS – Kundenwissen spielerisch vermitteln: René Kurt schickte Mitarbeitende freiwillig in einen Escape Room. Das Ergebnis ist messbar: Laut interner Befragung stieg das Wissen um die Bedürfnisse der Kundschaft nach einem Jahr um 15 %.
  • Ammann Group – Asphalt Rock ‘n’ Roll: Timo Hennecke und Daniel Ryser bringen Learning & Development dorthin, wo Walzen rollen und der Asphalt dampft – zu zweit für rund 1’500 Mitarbeitende weltweit. Berufsstolz ist dabei ihr stärkster Hebel: Hier wird gelernt – und eingebaut.
  • Wüstenrot Bausparkasse – Üben wie im Fitnessstudio: Rainer Horn holte das Gesprächstraining aus dem Stuhlkreis. Mit KI-Avataren üben Mitarbeitende Kundengespräche – oft, geduldig und in einem geschützten Raum.
  • cfaconsulting – Resilienz mit Wirkung: Frank Stefan Alì zeigte, wie handfest Resilienz ist. In Sales und Service wird sie in Kennzahlen sichtbar, etwa in einer um 5 % höheren Lösungsquote im Kundengespräch.

Speed Geeking: Lösungen im Minutentakt

Ein Highlight im Programm war das Speed Geeking: Anbieter stellten ihre Lösungen an Ständen vor, die Teilnehmenden wechselten im Rhythmus von rund sieben Minuten von Stand zu Stand – kompakt, direkt und lebendig. Die Bandbreite zeigte, wohin sich der Markt bewegt: Sprachtraining mit echten Tutor:innen für international verteilte Teams, KI-gestützte Gesprächssimulationen für Feedback- und Führungssituationen, Skill-Profile, die KI aus Lebenslauf und Zertifikaten erstellt, Onboarding-Inhalte, die in wenigen Minuten aus dokumentierten Abläufen entstehen, Planspiele mit echten Entscheidungen unter Zeitdruck und virtuelle 3D-Lernräume. Im direkten Austausch an den Ständen wurde auch deutlich, was Organisationen bei neuen Werkzeugen besonders beschäftigt: Wie gut lassen sie sich in bestehende Systeme einbinden – und wo werden die Daten verarbeitet?

KI verändert die Produktion von Lerninhalten

Ein weiteres Thema zog sich durch den Tag: KI verändert die Erstellung und Bereitstellung von Lerninhalten. Recherche, Übersetzungen und Medienproduktion werden einfacher und schneller.

Gleichzeitig wurde deutlich, worauf es weiterhin ankommt: KI beschleunigt die Produktion – Didaktik, Qualität und Zielgruppenbezug machen daraus Lernen.

Wo liegen eigentlich unsere Daten?

Besonders interessant fanden wir eine Frage aus dem Publikum: Wo liegen eigentlich unsere Daten?

Wenn KI zunehmend mit Kompetenzprofilen, Unternehmenswissen und Lerninhalten arbeitet, gewinnen Datenstandort, Transparenz und Kontrolle an Bedeutung. Organisationen wollen wissen, wo ihre Informationen gespeichert sind und wer darauf zugreift.

Was wir für OpenOlat mitnehmen

Für uns bei frentix und OpenOlat bestätigt dieser Austausch zwei wichtige Entwicklungsrichtungen:

  • Offene Verbindungen: Lernplattformen lassen sich offen mit anderen Systemen verbinden – mit HR-Systemen, Analyse-Werkzeugen und externen Lernangeboten.
  • Selbstbestimmung bei KI und Daten: Organisationen entscheiden selbst über den Einsatz von KI und den Umgang mit ihren Daten.

Vielen Dank an Frank Siepmann, das Team des eLearning Journal und alle Referent:innen für die spannenden Einblicke und den offenen Austausch.

💡 Fazit:

Der eLearning SUMMIT hat gezeigt: Wirksame Weiterbildung entsteht dort, wo Praxisnähe, Didaktik und passende Technologie zusammenkommen. KI eröffnet dabei neue Möglichkeiten – und macht den bewussten Umgang mit Daten zur Grundlage.

Offen verbinden. Selbst entscheiden. Wirksam lernen.

Tags:

Timo Kind

Produkte & Marketing

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