Kommunikation als ärztliche Kernkompetenz – ausgezeichnet mit dem eLearning AWARD 2026
Wie lernt man, ein schwieriges Gespräch zu führen – lange bevor eine echte Patientin gegenübersitzt? Die Universität Basel und das Universitätsspital Basel haben darauf eine überzeugende Antwort gefunden: ein Blended-Learning-Konzept auf OpenOlat, das ärztliche Kommunikation systematisch, interaktiv und messbar vermittelt – ausgezeichnet mit dem eLearning AWARD 2026 in der Kategorie Blended Learning.
Die Idee dahinter:
Theorie digital erarbeiten, Gespräche interaktiv üben, Wirkung wissenschaftlich belegen.
Kommunikation – die ärztliche Kernkompetenz
Ob Aufklärung, Diagnose oder ein emotional aufgeladenes Gespräch: Wie Ärztinnen und Ärzte kommunizieren, entscheidet mit über Vertrauen, Therapietreue und Behandlungserfolg. Diese Kompetenz gehört ins Zentrum des Medizinstudiums.
Die Herausforderung liegt in der Skalierung. Die Studierendenzahlen steigen, Präsenzformate mit Schauspielpatient:innen sind wertvoll und zugleich ressourcenintensiv. Gesucht war ein Weg, kommunikative Kompetenz flexibel zu vermitteln und die kostbare Präsenzzeit für das Üben freizuhalten.
Ein Kurs, der Entscheidungen erlebbar macht
Das Team der Klinik für Psychosomatik – Abteilung für Medizinische Kommunikation – hat einen Kurs gebaut, der Theorie und Erlebnis verbindet. Animierte Module vermitteln die Grundlagen. Interaktive Realfilme lassen Studierende den Gesprächsverlauf per Klick selbst steuern – jede Entscheidung führt zu einer anderen Reaktion des Gegenübers.
Fallbeispiele mit Reflexionsaufgaben vertiefen das Gelernte. Und eine sichtbare Bestenliste sorgt für einen spielerischen Anreiz, dranzubleiben. So wird aus abstrakter Gesprächstheorie eine Abfolge konkreter, erlebbarer Situationen.

OpenOlat als tragende Plattform
Das gesamte Konzept läuft auf OpenOlat. Die Plattform bündelt die webbasierten Selbstlernphasen, trägt die interaktiven Lernbausteine und gibt dem Blended-Learning-Ansatz seine Struktur: online vorbereiten, in der Präsenz anwenden.
Dabei zeigt sich eine Stärke, die im Alltag zählt: Wächst der Jahrgang, wächst der Kurs einfach mit. Dozierende behalten den Überblick, Studierende lernen im eigenen Tempo – und die Präsenzzeit bleibt frei für das eigentliche Üben: das echte Gespräch.
Messbar besser – die Ergebnisse
Das Projekt wurde von Beginn an wissenschaftlich begleitet. In einer randomisiert kontrollierten Studie mit 164 freiwilligen Studierenden des zweiten Bachelorjahres erzielte die Interventionsgruppe in den Wissenstests rund 17 Prozent bessere Ergebnisse als die Kontrollgruppe.
Auch qualitativ zeigte sich ein Unterschied: In simulierten Gesprächssituationen reagierten die Teilnehmenden der Interventionsgruppe einfühlsamer und patientenorientierter. Die Studierenden selbst beschrieben den Kurs als modern und praxisnah – besonders geschätzt wurden die interaktiven Realfilme und die Möglichkeit, aktiv Entscheidungen zu treffen.
Vom Projekt zum Modell
Aus dem einmaligen Projekt wird ein fester Bestandteil der Lehre. Geplant sind die Ausweitung auf weitere Themen wie Motivational Interviewing und die schrittweise Entwicklung zu einem Flipped-Classroom-Format. Das Konzept gilt als Blended-Learning-Modell mit Vorbildcharakter – weit über Basel hinaus.
Gratulation und Dank
Als Plattformentwickler von OpenOlat gratulieren wir herzlich zu diesem hervorragenden, ausgezeichneten Projekt und danken allen Beteiligten:
Universitätsspital Basel
- Prof. Dr. Sabina Hunziker Schütz
Leitende Ärztin Medizinische Kommunikation & stv. Chefärztin Psychosomatik - Dr. Sebastian Gross
Postdoc, Abteilung für Medizinische Kommunikation
Universität Basel
- Kurt Wunderlich, Verantwortlicher E-Didaktik / E-Learning
💡 Fazit:
Ärztliche Kommunikation lässt sich lehren, üben und belegen. Basel zeigt, wie das gelingt: mit klarer Didaktik, interaktiven Inhalten und einer Lernplattform, die mitwächst. Genau dafür ist OpenOlat gemacht – und darauf sind wir bei frentix stolz.